
Die American Cancer Society (ACS) hat ihre Empfehlungen zur Darmkrebsvorsorge aktualisiert. Erstmals werden in den USA bestimmte Bluttests als Screeningoption für Menschen mit durchschnittlichem Darmkrebsrisiko berücksichtigt. Ziel ist, mehr Menschen für die Vorsorge zu gewinnen. Für Deutschland ergeben sich daraus derzeit jedoch keine Änderungen: Bluttests sind weder Bestandteil des gesetzlichen Darmkrebs-Screenings noch werden sie in den deutschen Leitlinien zur Früherkennung empfohlen. Im Rahmen des gesetzlichen Früherkennungsprogramms stehen der immunologische Stuhltest (FIT) und die Vorsorgekoloskopie zur Verfügung. Die wissenschaftliche Evidenz zeigt, dass Bluttests zwar Darmkrebs erkennen können, fortgeschrittene Adenome (wichtige Krebsvorstufen) jedoch deutlich weniger zuverlässig erfassen als die etablierten Vorsorgeverfahren. Die Vorsorgekoloskopie dagegen kann Darmkrebs nicht nur früh erkennen, sondern durch die Entfernung von Krebsvorstufen häufig sogar verhindern. Sie gilt weiterhin als Goldstandard der Darmkrebsprävention. Auch der FIT ist ein wirksames Verfahren der Früherkennung. Fällt ein Stuhl- oder Bluttest auffällig aus, ist zur sicheren Abklärung immer eine Darmspiegelung erforderlich. „Die neue US-Leitlinie unterstreicht, dass je mehr Menschen geeignete Vorsorgeangebote wahrnehmen, desto mehr Darmkrebserkrankungen können verhindert oder frühzeitig erkannt werden. Für Deutschland bleibt die Botschaft aber unverändert: Die etablierten Vorsorgeangebote sind wissenschaftlich gut belegt und bieten wirksamen Schutz vor Darmkrebs“, so Dr. Lukas Welsch, Mitglied des Vorstands der Stiftung LebensBlicke.



