
Bei an kolorektalen Karzinomen erkrankten Menschen bedeutet Metastasen eine erhebliche Verschlechterung der Prognose und sind eine Hauptursache von tumorbedingten Todesfällen. Heidelberger Forschern ist es gelungen, aus Tumorproben ein Protein zu isolieren, das besonders mit dem Auftreten von Metastasen assoziiert ist: das Zellmembran-Protein TROP2 (Trophoblast Cell Surface Antigen 2). In einer funktionellen Untersuchung konnten sie zeigen, dass TROP2-positive Tumorzellen die Rolle von Tumorstammzellen einnehmen. Sie sind die in der Lage, Metastasen zu begründen. Konventionelle Chemotherapien bekämpfen zwar Tumorzellen, begünstigen aber das Auftreten von TROP2 positiven Zellen. In in-vitro Versuchen konnten die Forscher zeigen, dass die Kombination aus einer konventionellen Chemotherapie und einem TROP2-spezifischen Antikörper-Wirkstoff-Konjugat besonders effizient wirksam ist. Die Studie wurde in dem renommierten Fachblatt Nature veröffentlicht. Seit kurzem sind solche Antikörper in der EU zur Behandlung von Brustkrebs zugelassen. „Auch wenn es sich bisher nur um experimentelle Daten handelt, gibt diese Studie einen fundamental wichtigen Einblick in das Verständnis des Darmkrebses und insbesondere zur Entstehung von Metastasen. Da zielgerichtete Antikörper gegen TROP2 bereits in der klinischen Anwendung sind, könnten diese Ergebnisse möglicherweise einen raschen Einzug in die Behandlung des CRC finden“, kommentiert Prof. Dr. Christoph Eisenbach vom Vorstand der Stiftung LebensBlicke. Vaquero-Siguero, N et al. TROP2 targeting reveals therapy-driven cell state dynamics in colorectal cancer. Nature (2026). https://doi.org/10.1038/s41586-026-10705-2



