Stiftung LebensBlicke
Darmkrebs: Vorsorge - Früherkennung - Nachsorge

Liebe Leserinnen und Leser,
wir freuen uns sehr, dass Sie unsere Homepage besuchen. Neben interessanten Nachrichten, aktuellen Expertenkommentaren und besonderen Personalien bieten wir jetzt auch einen direkten Zugang auf Informationen zu "Darmkrebsvorsorge jetzt" an (Button oben rechts). Nutzen Sie diese Möglichkeit. Wir sind in die nächsten 25 Jahre gestartet mit dem Ziel, die Teilnahmeraten an der Darmkrebsvorsorge weiter deutlich zu steigern. Darmkrebs ist vermeidbar! Die Stiftung wird ihr Engagement für die Darmkrebsvorsorge unbeirrt fortsetzen! Bitte unterstützen auch Sie uns weiterhin!

Dear international users, LebensBlicke Foundation looks back with satisfaction on 25 years of education and motivation for colon cancer prevention. A lot has been achieved. Since 2019 a nationwide organized invitation program for colon cancer screening is established.. However, fact is also that nearly 54,000 new cases of colon cancer and 24,000 deaths per year do occur despite this important progress. For LebensBlicke Foundation, this means continuing commitment to colon cancer prevention! Please do support us further!

Professor Dr. Jürgen F. Riemann / Vorstandsvorsitzender der Stiftung Lebensblicke



Gremienmitglieder bestätigt und neu gewählt

Am 24. Juni haben die Gremien der Stiftung LebensBlicke in Mannheim wichtige Personalentscheidungen für die nächsten fünf Jahre getroffen. Im Vorstand wurden Prof. Dr. J. F. Riemann, Vorsitzender der Stiftung LebensBlicke, sowie Prof. Dr. Matthias Ebert als stellvertretender Vorsitzender wiedergewählt. Im Stiftungsrat bestätigte das Gremium Prof. Dr. Wolfgang Fischbach als Vorsitzenden; neu in den Stiftungsrat gewählt wurde Prof. Dr. Dirk Hartmann (Mainz). Im Kuratorium bestätigt wurde Prof. Dr. Hans Jürgen Hennes; Dr. Felix Gruner (Hirschberg) wurde neu berufen und Dr. Stephan Hölz als neuer stellvertretender Vorsitzender eingesetzt.

Reviews analysiert zu Alkohol und Krebsentstehung

Vor einigen Jahren hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) postuliert, dass es keinen unschädlichen Alkoholgenuss geben kann. Diese Meinung wird nicht von allen Experten geteilt, und einige sagen, dass es sicherlich einen Alkoholgenuss geben kann, der unterhalb einer Schädigungsgrenze liegt. Eine US-amerikanische Forschergruppe hat nun 16 systematische Reviews analysiert und die Beziehung zwischen Alkoholkonsum und 20 Erkrankungen kalkuliert. Letztlich gab es nur für den Krebs der Mundhöhle klare Hinweise, dass schon geringer Alkoholkonsum ein Risiko darstellt. Beim Genuss eines Standardgetränkes pro Tag steigt das Risiko um 16 % im Vergleich zu den Menschen, die keinen Alkohol trinken. Eine Verdoppelung der Zufuhr erhöht das Risiko um 56 %. „Diese Studie zeigt, wie schwer es grundsätzlich ist, isoliert Alkoholkonsum und seine Folgen zu analysieren. Sie sollte aber auf keinen Fall den Genuss bagatellisieren, aber auch nicht zu solch extremen Aussagen führen, wie sie von der WHO getroffen wurden“, kommentiert Prof. Dr. D. Schilling vom Vorstand der Stiftung LebensBlicke. (Dai X, Nicholson SI, Lawlor HR et al. Health effects associated with alcohol consumption: a Burden of Proof study. Nature Health. 1 June 2026. doi: 10.1038/s44360-026-00139-5)

Koloskopie und FIT: Vergleich zum üblichen Screening

Vor- und Nachteile des Darmkrebs-Screenings (CRC) mittels primärer Koloskopie oder fäkal-immunochemischer Testung (FIT) im Vergleich zur üblichen Behandlung ohne Screening wurden in der aktuellen SCREESCO-Studie untersucht und quantifiziert. Leitlinien empfehlen ein Screening von Personen im Alter von 50-75 Jahren mit Koloskopie oder FIT. Viele Screening-Programme verwenden dabei einen FIT alle zwei Jahre. In der SCREESCO-Studie wurde die Häufigkeit von kolorektalem Karzinom und gastrointestinalen und kardiovaskulären Symptomen zwischen dem Screening und der üblichen Behandlung während der diagnostischen Phase verglichen. Die in die Studie einbezogenen Patienten wurden aufgeteilt in: 1x Koloskopie (1. Gruppe), 2x FIT (2. Gruppe) und Kontrollgruppe. Nach einer mittleren Nachbeobachtungszeit von 4,8 Jahren lag die Inzidenzrate pro 100.000 Personenjahre im Koloskopie-Arm bei 107,9 und in der Kontrollgruppe bei 99,9. Im FIT-Arm war das Verhältnis 96.0 zu 103.9 in der Kontrolle. Die Raten von kardiovaskulären und gastrointestinalen Ereignissen waren im ersten Jahr in den Interventionsarmen etwas höher und ähnelten anschließend eher denen der Kontrollgruppe. Fazit: Die Ergebnisse zeigen einen deutlichen Vorteil für das kolorektale Screening, während die Zunahme unerwünschter Ereignisse auf einen anfänglichen Schaden hinweisen. (Colonoscopy and fecal immunochemical testing versus usual care in diagnostic colorectal cancer screening. Westerberg M, Jonas F. Ludvigsson, JF, Metcalfe C et al. Nature Medicine 2026; 33: 1278–1285). Text: Dr. H. Meyer – Stiftung Lebensblicke

Beteiligung an der Vorsorge ist höher als behauptet!

Oft wird behauptet, die Teilnahme an der Darmkrebsvorsorge in Deutschland sei mit 2% im Jahr sehr gering. Die Darmkrebsvorsorge habe ein Akzeptanzproblem. Gleichzeitig ist die Inzidenz bei Darmkrebs in den letzten 20 Jahren um > 30% und die Mortalität um 45-50% gesunken! Wie passen diese widersprüchlichen Informationen zusammen? Was sind die Fakten? Die „Gesundheitsforen“ in Leipzig (GFL), die das Darmkrebsvorsorge und Früherkennungsprogramm wissenschaftlich begleiten, berichten (1): 33 Millionen GKV-Versicherte ab 50 Jahren sind theoretisch insgesamt anspruchsberechtigt. Es ist nicht bekannt, wer in den letzten 23 Jahren tatsächlich sich einer Koloskopie oder einem iFOBT unterzogen hat. Bekannt ist aber, dass ca. 15 Millionen Versicherte innerhalb von 4 Jahren (2020-2023) durch ihre Krankenkassen zur Darmkrebsvorsorge schriftlich eingeladen worden sind. Über 7 Millionen GKV-Versicherten (21.2% aller Anspruchsberechtigten) haben in diesem Zeitraum an mindestens einer Maßnahme (iFOBT oder Vorsorgekoloskopie) teilgenommen. Das entspricht > 40% der eingeladen Versicherten. Frauen beteiligten sich mit ca. 60%, Männer mit ca. 40% an diesen Untersuchungen. Weiterlesen

Darmkrebsfrüherkennung wirkt – nur wenige nehmen teil

Die Sinnhaftigkeit einer rechtzeitigen Untersuchung zur Darmkrebsfrüherkennung steht außer Frage. Leider sind diese Erkenntnis und die persönliche Bereitschaft zu einer Untersuchung in der Bevölkerung nicht sehr verbreitet. Das belegen jetzt Zahlen, den der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) in seinem Evaluationsbericht 2025 „Darmkrebs“ vorgestellt hat. Zwischen 2020 und 2023 erhielten durchschnittlich 89,5 % der anspruchsberechtigten Versicherten (Personen ab 50 Jahren) ein Einladungsschreiben ihrer Krankenkasse. Die Resonanz war leider bescheiden. Weniger als 7 % der Eingeladenen ließen sich innerhalb der ersten drei Monate nach Erhalt des Schreibens untersuchen. Die Teilnahme am Screening blieb insgesamt niedrig. Bei den 50- bis 54-Jährigen lag die jährliche Teilnahmerate am iFOBT bei Männern zwischen 3,2 Prozent und 3,8 Prozent, bei Frauen zwischen 11,9 Prozent und 13,6 Prozent. In der Altersgruppe ab 55 Jahren stiegen die Zweijahresteilnahmeraten im Beobachtungszeitraum leicht an, erreichten zuletzt jedoch lediglich 7,8 Prozent bei Männern und 10,1 Prozent bei Frauen. Das sind gesellschaftliche Herausforderungen, die alle (z.B. Krankenkassen, Ärzteverbände, Deutsche Krebshilfe, Gastro-Liga, etc.) angehen. Verbesserungen des Einladungsverfahrens könnten nach Einschätzung der Arbeitsgruppe dazu beitragen, die Beteiligung am Screening zu erhöhen. Das steht im Einklang mit den langjährigen Forderungen des Vorsitzenden der Stiftung Lebensblicke, Prof. Dr. J. F. Riemann, ganz unter dem Motto des Darmkrebsmonat 2026: Ein kleiner Schritt zur Darmkrebsvorsorge – ein großer fürs Leben! Dr. H. Meyer für die Stiftung LebensBlicke, Quelle: Deutsches Ärzteblatt 1.6.2026